28.09.2014 Alter: 9 Jahr(e)
Katego­rie: Sons­tiges

Von: Pres­se­stelle Kreis Düren
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Legionel­len: Eine Spur führt zum For­schungs­zentrum Jülich

Der Kreis Düren ist bei der Suche nach der Herkunft der Legionel­len, die im Raum Jülich bislang 24 Fälle von Lun­gen­ent­zündun­gen ver­ur­sacht haben, auf eine heiße Spur gestoßen. Im Was­ser eines Rückkühl­werkes des For­schungs­zentrums Jülich wurde eine deut­lich erhöhte Zahl von Legionel­len festge­stellt. Ob die­ses Rückkühl­werk tat­säch­lich der Aus­lö­ser der Erkrankun­gen ist, müs­sen weitere Unter­su­chun­gen zei­gen.

In Abspra­che mit Beneke, Kars­tenKars­ten Beneke, stellver­tre­ten­der Vor­standsvor­sitzen­der des FZJ, wurde das Rückkühl­werk am Frei­t­ag­mit­tag sofort her­un­ter­gefah­ren. Es kann erst nach erfolg­rei­cher Des­infek­tion wieder in Betrieb genom­men wer­den.

Die Was­ser­pro­ben aus den drei Rückkühl­werken des For­schungs­zentrum waren vom 19. bis 22. Sep­tember vom LANUV und Gesundheit­s­amt ent­nom­men und im Insti­tut für Hygiene und Öff­ent­li­che Gesundheit der Univer­si­tät Bonn (Direk­tor: Exner, Prof. Dr. med. M.Prof. Dr. med. M. Exner) unter­sucht wor­den. In den bei­den ande­ren Rückkühl­werke konn­ten keine Legionel­len nach­ge­wie­sen wer­den. Dennoch wer­den sie weitmög­lich gedros­selt und die beste­hende Des­infek­tion maximiert. Eine Was­server­bindung zu dem abge­schal­te­ten Rückkühl­werk besteht nicht.

Schnitzler, Dr. NorbertDr. Norbert Schnitzler, Lei­ter des Gesundheit­s­am­tes des Krei­ses Düren: "Ich bin über­rascht, dass wir hier fün­dig gewor­den sind, denn die Anla­gen sind sehr gepflegt." Bei der Einlei­tung der weite­ren Maß­nah­men habe sich das For­schungs­zentrum äußerst koope­ra­tiv gezeigt, betont er.

Bei 24 Pati­en­ten wurde eine Legionel­len-Infek­tion nach­ge­wie­sen

24 Men­schen sind oder waren bislang im Stadt­gebiet Jülich und angrenzen­den Orten an einer durch Legionel­len ver­ur­sachte Lun­gen­ent­zündung erkrankt. Bei 21 wurde der Nach­weis indirekt durch das Vor­han­den­sein von Antiköp­ern erbracht. Bei drei weite­ren Pati­en­ten konnte Legionel­len-DNA im Bron­chi­al­sekret direkt nach­ge­wie­sen wer­den. So besteht nun die Chance, einen gene­ti­schen Finger­ab­druck des tat­säch­li­chen Erregers zu erstel­len. Damit ließe sich genau bestim­men, ob die in einer Was­ser­probe befind­li­chen Legionel­len als Aus­lö­ser der Lun­gen­ent­zündun­gen infrage kom­men oder nicht.

Obduk­tion ergibt andere Todes­ur­sa­che

Insge­s­amt besteht oder bestand bei rund 70 Pati­en­ten kli­nisch ein Ver­dacht auf eine Infek­tion mit Legionel­len. Neben den erwähn­ten 24 posi­tiv Getes­te­ten gibt es sie­ben Pati­en­ten, bei denen andere Gründe für die Lun­gen­ent­zündung gefun­den wer­den konn­ten (bestimmte Viren und Bak­te­rien). Bei mit­tlerweile 30 Pati­en­ten geben die sero­logi­schen Unter­su­chun­gen ink­lusive Legionel­len kei­nen Hinweis auf den zugrundeliegen­den Erre­ger. Die Ergeb­nisse der noch aus­ste­hen­den Unter­su­chun­gen wer­den wei­testge­hend bis zum Woche­n­ende erwar­tet. Bei einem der bei­den ver­s­torbe­nen Pati­en­ten, bei denen eine Legionel­len-Infek­tion zunächst nicht aus­zu­schließen war, ist durch Obduk­tion inzwi­schen eine andere Todes­ur­sa­che festge­stellt wor­den.